Eviction Notice
Samstag, 19. Januar

Ich werde demnächst meine URL wechseln; ich habe allen Grund, mir Sorgen um meine Privatsphäre zu machen. Au revoir!
Part 3 (of …?)
Samstag, 29. Dezember
Über Weihnachten hat’s geschneit, und ich merke es erst jetzt. Ich habe Ryu am Telefon, “Bei Euch schneit’s doch, oder?”, und ich gucke zum ersten Mal seit drei Tagen aus dem Fenster und er hat Recht. Ein Kumpel von ihm hat Geburtstag, er bleibt wieder bei uns und wir planen wann ich ihn vom Bahnhof abholen soll. Abends dann sitzen alle am Raclette, ich verziehe mich mit meinem Sektglas aufs Zimmer. Weihnachtsgeschenke sind bloß nur noch Umschläge oder Zeilen auf der Online-Banking Umsatzanzeige. Ich entscheide mich, meiner Bauchspeicheldrüse den Rest zu geben und führe mir die Überdosis Mandeln in fingerdicker Zuckerkruste zu, im Hintergrund laufen “Spongebob Schwammkopf, Der Film” in der Glotze, auf meinem Laptop die “Xmas Story”-Folge von Futuruma. Die, in der Santa Claus ein böser Roboter ist. Auf Futurama bin ich umgestiegen, nachdem ich die erste Heroes-Staffel, mit diesem schrecklich indisch-englischen Akzent, der mir immer noch in den Ohren hängt, und dem geilen Nathan Petrelli, bei dem ich jederzeit ein Kolloquium ablegen würde, die letzten paar Tage zu Ende geguckt habe.
Oh Mann. Wo soll ich nur anfangen. Es gab in den letzten 60 Tagen so viele Momente, in denen ich fast kaputtgegangen wäre. Ich habe mir in der Zwischenzeit (wieder) genau überlegt, was ich Bruce im Januar sagen werde, ich werde sagen, “Wie soll das gehen?!? Was macht man, wenn es nicht überschreibt? Sollen wir jetzt einfach so weitermachen, ich werde hier sitzen und ein bisschen plaudern und wir warten, bis es einfach irgendwann weggeht? Von alleine schwächer wird, und irgendwann lebe ich glücklich und zufrieden happily ever after?? So funktioniert das nicht GARRHH” oder so ungefähr. Die aufgerissenen Blister in der Schachtel auf meinem Nachttisch sagen mir, dass ich seit 34 Tagen ein mildes Antidepressivum nehme. Und ich weiß nun, wie die Selbstmordmethode meiner Wahl aussehen wird. (Ich werde Amygdalin und ein bisschen Schwefelsäure nach der Uni mitgehen lassen und zusammenkippen, wobei Blausäure entsteht; von einem Atemzug werde ich bewusstlos sein, bevor ich die Schmerzen überhaupt erst zu spüren kriege. Und wenn ich die Bittermandeln selbst extrahieren muss. - Ab einem bestimmten Punkt, wenn man sozusagen “in der Branche” drin ist, ist Schluss mit Ritzi-schlitzi und Erhängi; diese Sachen erscheinen einem dann wie uralte, nicht mehr witzige Witze.)
Es nervt mich. Nach einer Zeit nervt es mich echt in Blogs zu lesen, wie Leute sich im Kreis drehen, sich in ihrer Angepisstheit oder Melancholie oder wasauchimmer suhlen und wieder und wieder darüber schreiben, ohne sichtlich etwas dagegen zu unternehmen. Wie Leute zum zig-sten Mal in ihr altes Verhaltensmuster tappen, sich womöglich noch selbst bemitleiden und zum Bloghechler werden, sich vermarkten, ihr Leid als Geschichte in Blogeinträgen verwursten. (Auch traurig und irgendwie unheimlich: jemanden übers Internet vom Teenageralter ab in etwas reinrutschen sehen.) Fakt ist: es gibt zwei Möglichkeiten; man findet die Welt wirklich so scheiße, wie sie ist, was zur einzig folgerichtigen Konsequenz führen würde, Suizid! - Tschüss, da ist die Tür, du kannst gehen! Keiner hält dich davon ab. Oder man beißt verdammt nochmal die Zähne zusammen und kämpft und versucht was zu ändern. Was irgendwie nur die Wenigsten tun, hab ich das Gefühl. Ich meine, was nützt es, es hinauszuzögern, zehntausend ekelhaft wehleidige Einträge verfasst zu haben, nur um sich dann mit vierzig doch die Kugel zu geben? Es nützt g a r n i c h t s. Jedenfalls meiner Auffassung nach. Ich hab keinen Bock auf Leid, ich schätze meine Chancen (so gut es geht) realistisch ab, es sieht schlecht aus - also gehe ich. THE END!! Oder? Diesen Absatz widme ich allen inkonsequenten Spassti-Masochisten, die sich in tausend schnörkeligen Todeswindungen verbiegen, statt einfach mal zu handeln und zu verrecken und nicht allen anderen den Sauerstoff wegzuatmen. Oh, und natürlich weiß ich, wie selbstgerecht das alles klingt. Es ist immer leichter gesagt als getan, ich bin auf dem Weg schon ein Stückchen weiter und wenn du eine richtige Depression hast, ist fast unmöglich noch zu “kämpfen”. Doch wenn man depressiv ist und es weiß: ab in Behandlung, goddammit!!
Nun endlich dazu, was mir zum Zeitpunkt des vorletzten Eintrags durch den Kopf gegangen ist. Ich mag Pharmakologie mittlerweile sehr, sehr gerne. Ich erinnere mich noch an letztes Semester, wie der Prof. gesagt hat: “Jeder psychischen Erkrankung liegt eine physische Vulnerabilität zugrunde.”, und wie die Dozentin letztens meinte, Gesprächstherapie wäre voll der Käse (wo ich nur absolut zustimmen kann). Nach einer Zeit ist es praktisch nicht zu verhindern, dass das Weltbild ernüchtert, an diesem Punkt gabelt sich der Weg und auf dem einen Ast laufen die Leute weiter, von denen man dauernd hört “uughh, Chemie!? Hab ich nach der 10. Klasse abgewählt, wie kann man nur sowas studieren??”, und auf dem anderen laufen, naja, z.B. ich und die Leute von meinem Campus. Einmal war da diese Folge von “Das perfekte Dinner”, und da war diese fette Olle. Mit komischem Halstuch, ‘ner Kette mit klotzigen bunten Holzformen dran und exzentrischem Brillengestell, so eine, die rote Jeans und orangenes Oberteil anzieht und sich afrikanische Bilder und Figuren in der Korbgeflecht-möblierten Wohnung aufstellt, bestimmt Grundschullehrerin oder Yogatrainerin von Beruf. So’ne EMOTIONAL INTELLIGENTE. (prust!!) Muscheln. Duftkerzen. Muss ich mehr sagen? Jedenfalls, diese alte Vettel war für mich Sinnbild für all die, die keine Ahnung vom Mikrokosmus in uns und um uns herum haben, die an mystische Energie und Sternzeichen und Horoskop und Karma glauben und die mich heute so allergisch reagieren lassen, wenn ich das Wort “Seele” auch nur höre. Hermine und ihr Freund (Physiker) sind die Einzigen, die ich kenne, die es schaffen, die Kluft zwischen Gläubigkeit und Studium der Naturwissenschaften irgendwie zu überwinden, doch wenn wir bei uns etwas nicht erklären können oder einen Witz machen wollen, dann sagen wir entweder “And then, a miracle occurs!”, oder “Das ist so. Weil GOTT das gesagt hat! Hahaha” Wobei Letzteres fast schon blasphemisch ist, blasphemisch der Chemie gegenüber - in Gegenwart von Professoren gesagt, wird man bei dem Spruch sehr schnell komisch angestarrt (oder mit dem Rohrstock verprügelt). Außerdem denke ich, wenn ich den Begriff “Seele” höre, entweder an eine Art Dunst, der einem Toten aus der Nase steigt, oder an ein weißes Bettlaken mit zwei Löchern drin, aber das wäre dann ja ein Gespenst und dann merkt man, in welche Schublade diese Dinge für mich fallen. (Es tut mir so leid, liebe Seelen-Anbeter!)
(…)
All work, no play
Sonntag, 16. Dezember
Das Leben ist zur Zeit ein einziger Rausch. Im Sinne von: ein rasender, rauschender Fluss, der einen mitreißt und einem keine Zeit zum Nachdenken gibt. In den Liedern heißt es immer, wenn von einem elenden harten Arbeiter-Tag die Rede ist, “workin’ from nine to five”, und ich dachte, es gäbe keine Steigerung mehr von meinen “acht bis sechs”. Doch wie mir erst neulich wieder jemand sagte, der Tag hat vierundzwanzig Stunden, und die wollen alle genutzt werden.
Der Campus der Naturwissenschaften liegt in einem Vorort etwas außerhalb der Stadt, wo die rosenbepflanzten Vorgärten z.Zt. mit Lichterketten und anderem peinlichen Kram geschmückt werden, wo die Omis mit ihren Terriern spazieren gehen und wo das Wort “Ausländer” noch existiert. Man braucht mit der Bahn ca. eine halbe Stunde bis dorthin und es ist bereits so abgelegen, dass man nachts die Sterne beglotzen kann (was Leute wie ich ‘Hans guck in die Luft’-Style tun, wenn sie abends parfumschnüffelnd hinter zwei aufgebrezelten Paar Röhrenjeans zu einer Studentenparty herlaufen). Das Gebiet besetzen mehrere mächtige Gebäudekomplexe, zum einen die kantige, quadrige Physik, wo die Caféteria in einem unterirdischen Kabuff liegt durch deren Glasfassade man auf die riesiegen Teilchenbeschleuniger (oder so; was die da halt haben) blicken kann; wo im Arbeitskreis Senseokaffee gekocht wird, wo es im Inneren einen Bambusgarten gibt und exotische Rankengewächse neben meterhohen ausrangierten Ersatzteilen. Dann wäre da noch die klotzige Geologie, die so langweilig ist, dann man an ihr kein Wort verschwenden muss, das Max-Planck-Institut (wo wir als Erstis im Sommer unsere Füße in den Pool getaucht haben) und die Siebziger-Jahre-Bauten der Chemie mit dem gläsernen Rumpf des Biozentrums. In diesen Gängen spielt sich das gesellschaftliche ab, hier laufen alle um zwölf zur Mensa, hier stehen alle Schlange für ihren Latte, hier trifft und grüßt man sich. Das, was einem Schulhof so ziemlich am nächsten kommt. Wenn man sich anzieht, dann zieht man sich für diesen Ort an, hier läuft das fremde Leute (also, vom Fachbereich her) zu Gesicht bekommen und abchecken ab. Es ist ganz komisch, wenn man abends in diesem riesigen Gebäude rumläuft und es einem vorkommt, als wäre es fast schon gemütlich; wenn ich ein Buch oder meinen Schal oder meinen Labello vergessen habe und von meinem Spind ins Computercenter laufe, dann ist es wie von einer Wohnzimmerecke zur anderen zu laufen. Auch wenn man dabei mehrmals irgendwelchen Putzmännern begegnet, die den Granitboden bohnern oder Mülltüten oder Handtücher auswechseln. Mit unheimlich werdender Selbstverständlichkeit kennt man so langsam in jedem Stockwerk, in jedem Flur jemanden, dem man zumindest freundlich zunicken könnte, der Dekan rennt mit seiner Kaffeetasse über die gläserne Brücke während ich die Treppen runterjumpe und ich muss mich zügeln, um ihm nicht über den Weg zu laufen. Letzte Woche war ich noch so lange da, dass ich fast eingeschlossen wurde.
Wer hier promoviert, sage ich, muss pathologisch verbissen sein. Will sagen, krankhaft ambitioniert, mit dem bisschen Verrücktheit ausgestattet, das es nunmal braucht, wenn man seine Forschung zu seinem Lebensinhalt macht. Das ist es, was diese Leute von den “nine to five”-Leuten unterscheidet - es gibt kein abschalten nach der Arbeit, das Funktionieren einer Reaktion wird zum integralen Lebensbestandteil, und es scheint auch bei mir langsam loszugehen. Letzte Nacht saß ich im Traum mit dem Professor am Tisch und habe mein Kolloq rekapituliert. Ich dachte mal, noch vor nicht allzu langer Zeit, “wer wegen des Labors weint, hat echt keine Probleme”; doch ganz ehrlich, mittlerweile kann ich mir vorstellen, wie es sein muss, einen Teil von sich in etwas reinzustecken, seinen Schweiß, sein Blut und Lebenszeit in einen Pfad zu investieren. Und falls sich herausstellen sollte, dass das ganze umsonst war - ich kann gut nachvollziehen, weshalb Leute wegen ihrer Forschung Selbstmord begehen.
Ich seh voll scheiße aus. Ich hab schon Ewigkeiten keine Klamotten mehr gekauft und werde es dank Weihnachten wohl vor Ende Januar auch nicht mehr tun; die ganzen letzten Wochen war es mir relativ egal, ob ich zerwuselt war oder draußen wie ein Michelin-Männchen Schrägstrich Eskimo aussehe. Ich vermisse Pharmakologie, die schicken Pharmazeuten immer mit ihren Pullöverchen (im Gegensatz zu den Chemikern können sie es sich leisten, Uhren zu tragen und parfümiert und angezogen zu sein; wenn ich so in die Uni kommen würde, haha! Die meiste Zeit bin ich am rumrennen, und grade habe ich erst einen Azo-Farbstoff synthetisiert, wenn der auf einen Pullover gekommen wäre, na dann gut Nacht! {unlöslich im Anwendungsmedium, d.h. keine Waschmaschine auf der Welt hätte ihn rausgekriegt, es sei denn, sie liefe mit Aceton.}), und die süßen Pharmadozentinnen. Tihi. Heute werde ich mir die Haare wieder kurzrasieren, ganz meditativ. …Oh. Doch nicht, der Rasierer ist kaputt, habe ich gerade festgestellt. Auch ok. À propos Pharma: was ich mit dem letzten Post sagen wollte, war…
I’ve got stuff to do.
Das bekloppteste Spiel
Sonntag, 18. November

Am Anfang des Semesters, während man sich noch nicht im Rhythmus/Stress befindet, ist es so, als gäbe es dieses ungeschriebene Gesetz, einen unausgesprochenen Waffenstillstand zwischen Oren und mir. Wir verhalten uns in dieser Phase so, als hätten wir uns gerade erst kennengelernt, wenn wir uns morgens begegnen, grüßt mich Oren fröhlich, er zwinkert mir zu, drückt mir im Vorbeigehen den Arm, wenn wir in der Mensa zufällig unsere Tabletts gleichzeitig aufs Band legen, und ich bin im Wesentlichen ein verschüchterter Teenager und versuche nett zurück zu sein. Ich weiß noch, dass ich ihn vor zwei Jahren darum gebeten habe, das Anzwinkern zu unterlassen (weil es so machohaft-kitschig ist und gleichzeitig zu gut bei mir funktioniert), und Berührungen jeder Art mit ihm, seien sie noch so klein, lösen einen Schwall Reize aus, die mich wechselweise rätselnd/überinterpretierend erstarren lassen, mir das Hirn aufweichen und mich in einen giggelnden Teenager in der manischen Phase verwandeln oder mir schlichtweg einen Ständer verschaffen. Wenn Orens warmer Oberschenkel und Knie während der Vorlesung an meinem ruht, oder wenn er in der U-Bahn seine Beine unverhohlen zwischen meine schiebt, oder meinen Arm mit seiner großen Hand und diesem leichten, zärtlichen Druck berührt? GAH. Boom. Tot. Aus die Maus mit jeder versuchten Reflexion oder rationalen Distanzierung. Vielleicht, weil jemand im ersten Semester mal gesagt hat, wir wären wie Tag und Nacht. Vielleicht wegen meiner überzogenen Vorstellungen einer Mann-Mann-Konstellation. Vielleicht habe ich auch zu viele Animes gesehen, dass ich jetzt auf verworrene Spielchen stehe, zu viel Ranma einhalb, zu viel Bishounenkram; doch fest steht, Oren fickt mich mit einer Intensität und auf eine Art und Weise ins Hirn wie kein anderer.
Der aktuelle Stundenplan ist ziemlich vollgestopft. Chemie zu studieren bedeutet ganz viel Aufopferung, wenn jemand fragt “Und Nebenfach?”, wird er sofort prustend ausgelacht und die ganzen Ollen, die nur für’ne Zusatzqualifikation angefangen haben, sind allesamt längst abgesprungen oder im vierten Semester und krebsen stoffmäßig noch irgendwo ganz am Anfang rum. Ich habe leider erst ganz spät die Schönheit (ja, Schönheit!!) der Mathematik gesehen, ich ehemaliger Mathe-Hasser fange an, Sachen zu sehen und Zusammenhänge zu erkennen, von denen ich nie geglaubt hätte, nach dem Abi nochmal mit in Kontakt zu kommen. Überhaupt ist die Selbstdisziplin langsam, aber erschreckend gestiegen; ich verlasse um zehn nach sieben das Haus und komme ungefähr um dieselbe Zeit abends wieder, wenn ich nicht noch dortbleibe, um Protokolle zu schreiben. Auf einmal kann ich schnell Kopfrechnen, meine Schrift und Unterlagen sind so ordentlich, dass sie sich Leute von mir kopieren wollen, ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, mir eine Armbanduhr (!) zuzulegen und kann mich mittlerweile sogar mit Linux (!) anfreunden. Ich werde von den Professoren wiedererkannt, Leute sind nett zu mir und grüßen mich freundlich und lachen über meine Witze. Ich erinnere mich noch an die Folge von Sailor Moon, in der Amy vor einem Minicomputer saß, sich Essen in den Mund schob und mit einer Hand in Hochgeschwindigkeit etwas eingab, ich weiß noch, ich dachte “Wow. So will ich auch mal werden.” Und hier sitze ich, vor meinem eigenen Laptop und stopfe mir mit der linken Hand Lebkuchen in den Mund, während ich mit der anderen einhändig URLs eingebe, Kommentare schreibe oder auf Pornoseiten rumklicke. Im Grunde: wenn es mal dazu kommen sollte, dass ich mir mittags einen Doughnut und ‘nen Latte reinschieben kann - Luxus. Doch die meisten Tage stehe ich von zehn bis um sechs im Labor.
Über das Labor will ich gar nicht viel sagen, vielleicht nur, dass meine Hände vom vielen Aceton staubtrocken und verhornt sind und mich kurz vorm Einschlafen Geruchsvisionen von Lösungsmitteln und Zimtaldehyd plagen. Krass - ich bin jetzt ein Weißkittel geworden, ich habe mir angewöhnt wie ein Spasti durch die Gänge zu rennen (man muss sich ungefähr einen Pinguin im Eis vorstellen, der mit seinen Flügeln eine Schüssel mit Chemikalien umklammert), die Matschkruste vom Regenwetter klebt am nächsten Tag noch an meinen Schuhen, und zum ersten Mal seit dem Internat sind mir die sauberen Klamotten ausgegangen (ich habe nichts mehr zum Anziehen!!). Das Leben ist zur Zeit sehr stressig, deswegen kaum Updates, doch ich glaube an die Chemie, an die Umkristallisation, daran, dass mein Theobromin morgen gut rauskommt, und versuche die Zeit zu genießen, denn ich weiß, in den Ferien wird es nicht viel geben und ich den Zustand des Vollkommen-absorbiert-Seins vermissen.
Nun fängt die vierte Praktikumswoche an; wenn Oren und ich uns auf dem Flur entgegenkommen, ziehen wir höchstens gestresst die Augenbrauen hoch und ich schlurf-renne spasstisch weiter. Niemand ist in der Lage, so stark die Unzulänglichkeitsgefühle in mir hervorzurufen wie Oren; es ist ein Wechsel von “im Leben stehend” zu einem derartig intensivem Schmerz, dass man sich sofort umbringen möchte. Ob sich das Außenstehende vorstellen können? Ich möchte von mir selbst sagen, dass ich rational einigermaßen bei Trost bin, reflektieren kann und mich eine letzte Vernunftinstanz vor Affekthandlungen bewahrt. Wenn eine solche Person jetzt dermaßen leidet, dass sie lieber sterben würde, als den Schmerz noch eine Sekunde länger zu ertragen, wenn der gesamte Lebenswille und Hoffnung von einem Moment auf den anderen weggepustet werden können, dann verdeutlicht das vielleicht, wie tiefsitzend dieser Minderwertigkeitskomplex bei mir ist. Nichts tut mir mehr weh, als von Oren, quasi die Personifikation all dessen, was ich gerne hätte und nie haben kann, ignoriert zu werden und vorgehalten zu bekommen, dass das, was ich bin, nicht ausreicht um gemocht zu werden, dass es nicht ausreicht um jemals wertgeschätzt zu werden. - Der letzte Nebensatz ist letztendlich der Leitfaden jedes suizidalen Gedanken, der dann entsteht. Vor ungefähr einer Woche habe ich mich zum weinen auf den Balkon zurückgezogen, mir die Kopfhörer in die Ohren gesteckt und mir nichts anderes gewünscht als zu fallen, mir die Venen aufzuschneiden, alles zu beenden. (Anschließend habe ich mich widerwillig dazu gezwungen, mir den Muffin in den Mund zu stecken, zu kauen und weiterzuarbeiten.) Ironischerweise war diese eine Folge Sailor Moon auch diejenige, in der Amy an ihrem Lebenssinn gezweifelt hat, weil die Leute nichts anderes in ihr gesehen haben als ihren Intellekt, weil ihr nichts als ihr Job blieb und da nicht mehr viel war als Leere. Ich weiß noch, dass ich bei der Folge damals weinen musste, weil ich mich so gut damit identifizieren konnte. Freitag sehe ich meinen Therapeuten wieder, und wir müssen dann definitiv eine Taktik oder eine Methode finden, um gegen ein solch tiefsitzendes Verhaltensmuster anzugehen. Das war bisher nämlich immer der Lauf der Dinge gewesen. Ich suche mir einen Wirt für meine Gefühle, Wünsche, Projektionen, werde bitter enttäuscht und dann, äh, basta. Einen großen Beitrag hat die Sache mit Philipp, im Alter von ca. 11-14, dazu beigesteuert, es folgten monatelanges festigendes in-den-Schlaf-weinen; weiterhin ganz sicher das Angeschrieenwerden durch meine Mutter, nachdem sie von der Arbeit kam, während sie die Schulden von meinem Vater abgearbeitet hat. Ich hasse sie sehr. Leute, die ankommen mit “man muss seine Mutter lieben” und “dankbar sein blah”, gehören ohnehin kategorisch abgeknallt, doch man müsste meinen, dass meine Wut und mein Hass über die Jahre zumindest ein bisschen abgekühlt seien und sich wie ein erkaltetes Lavagestein irgendwo abgesetzt haben. Doch Fehlanzeige.
…Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich Blanca und Aurelius noch abends im Computercenter sehe und wir dort zusammen unsere Protokolle schreiben. Es gibt mir ein Gefühl des zwanglosen Aufgehobenseins, des Dazugehörens. Morgen gehe ich wieder in die Uni und koche meine Präparate weiter und rieche an Orens Hals und gucke ihm auf seine dunkelblonden Stoppeln und die Härchen auf seinen Fingern und frage ihn, ob der Ring seiner Freundin gefallen hat, und vielleicht werde ich ihn sogar umarmen.
Unending
Sonntag, 28. Oktober

Es ist immer so schwer, sich daran zu erinnern. Wenn man es nicht in dem Moment niederschreibt. - Ryu ist längst wieder abgereist. Nachdem er mir von der Zeit bei seinem Kumpel und seinen ersten Kiffversuchen erzählt hat, er mich im Schach geschlagen und in einer Situation Matt gesetzt hat, die ich ihm angeblich selbst beigebracht habe, wir in einer letzten durchzechten Nacht endlich “The Boss” besiegten und ich ihn als Altkleidertonne für all meine abgelegten Sachen aus dieser einen Phase missbraucht habe - unter Anderem für eine extrem lapprige beige Lederjacke, die ich mit 14 mal cool gefunden haben muss und die an ihm, bedingt durch seine Körpergröße, zumindest etwas weniger lapprig aussieht - brachte ich ihn ans Gleis und zu seinem Abteil, das ihn nach “Berlin Hauptbahnhof” bringen würde (wo er von seinen Klassenkameraden nicht als vollwertiger Berliner akzeptiert werden wird, weil er sich wieder wie ein Nibelheimer anhört).
Folgendes: Emotionen lassen sich sehr schwer konservieren. Man kann ein bestimmtes Gefühl in anderen erwecken, wenn man ein richtig guter Schreiber ist, doch ein wirklicher Abdruck von einer Situation lässt sich in der Tat kaum erzeugen. Das, was dem am nächsten käme, habe ich nur ein paar Mal gemacht, und zwar einen Traum direkt nach dem Aufwachen mit geschlossenen Augen in Höchstgeschwindigkeit runterzutippen. (Doch wer will das schon. Wer will nach Monaten schon sein Asa-Asa-Geschreibsel lesen, wer will einen Haufen kurzer, kleingehackter “Stream of Consciousness”-Sätze? Ich nicht.) Was ich eigentlich sagen wollte: ich find’s einfach nur so ekelhaft, im Nachhinein eine Situation zu schildern, ohne einerseits schmierentheatrig melancholisch das Gefühl wieder heraufzubeschwören, aber auch ohne sich selbst so nüchtern und rationalisiert zu zerpflücken, wie ein Schweineauge unterm Vergrößerungsglas. Beides kotzt mich an. Was bleibt als Mittelweg? Überwitzeltes LiveJournal-Geschreibe, lolflmao? Ich habe keine Ahnung.
Am Mittwoch ging es mir sehr schlecht. Fast so schlecht wie am Freitag den 13. im Oktober letzten Jahres. Irgendwann hat man die Nase voll; vom Kopf her weiß man natürlich, dass alles besser werden wird, doch es gibt nunmal einen Punkt an dem man einfach will, dass es endlich aufhört wehzutun. So distanziert ich das hier auch gerade runtertippe, es war wirklich schlimm. Dass ich noch hier sitze ist pures Glück, und ich meine damit nicht “I am so happy”-Glück, sondern einfach statistisches “Glück”, “coincidence”, einen Zufall, dass ich nicht plötzlich aus dem Affekt meine Hemmschwelle überschritten hatte. Was mich abgeschreckt hat, waren die vielen Berichte misslungener und völlig nach hinten losgegangener Suizide, die man findet, wenn man nach Sachen wie “suicide methods” googelt. Bruce: das Gegenteil von “Es tut weh” ist nicht “Es ist okay”, sondern “Es ist schön”. Und etwas Schönes aus meinem Leben, an das ich in so einem Moment denken kann, fällt mir nicht ein, ich habe keinen “happy thought”, nur jede Menge mittelmäßiger “okay thoughts”, Peter Pan könnte ich damit auf jeden Fall nicht spielen. An einem Regenbogen und ein paar Abendrotfarben oder weisen Iroh-Sprüchen wie, “Manchmal ist das Leben wie dieser dunkle Tunnel, du kannst nicht immer das Licht am Ende sehen, aber wenn du einfach weitergehst, wirst du zu einem schöneren Ort kommen.” - so hübsch das auch ist, daran kann man kein Leben aufhängen. Oh ja, ich habe auch die Leere wiedergespürt. Im Vergleich zu als ich 14 war habe ich wirklich große Fortschritte gemacht. Doch aufgehalten haben mich letzten Endes eher die Berichte von den schmerzverzerrten Gesichtern derer, die Kaliumcyanid zu sich genommen haben, oder wo Leute nach der Einnahme von Pillen neben ihrem Abschiedsbrief und einer Kotzlache aufwachten, oder sich das halbe Hirn weggeblasen haben und sich gelähmt oder gefesselt im Krankenhaus wiederfanden. Darauf habe ich keinen Bock. Oh, und das Konzept vom Schmerz als Gegenschmerz habe ich auch kennengelernt, wo ich mich früher noch lustig gemacht habe über “Schlitzi-schlitzis”, Mädchen, die zahlreiche rote Striche auf den Unterarmen als Accessoire trugen und sich öffentlich Narbensalbe aufschmierten; doch, ganz ehrlich, es war schon irgendwie entlastend, sich mit der Schere den Arm hoch- und runterzufahren. Nicht, dass ich das hier unterstützen oder verherrlichen würde. Zum Einen war meine Schere zu, und außerdem habe ich nicht so fest aufgedrückt, dass irgendwie voll das Blut rausgequollen kam oder überhaupt Wunden entstanden sind. Um Himmels Willen. Selbst in meiner suizidalsten Stimmung würde ich es mir nie verzeihen, wenn ich hässliche Narben am Körper hätte oder mein linker Arm durch die Wundheilung auch nur einen Tick brauner wäre als der rechte. Ich habe sogar die Finger vom Rauchen gelassen; als hätte der winzigkleinste Hoffnungsschimmer es mir verboten, zu einer Zigarette zu greifen, und mir so meine Zukunft und meine Karriereaussichten zu ruinieren. (Zu rauchen ist für mich eine Art Selbstbeschädigung, als flüsterte jeder Zug leise, “Suizid, Suizid”.)
Der Tag danach ist, als wäre man Flüchtling. (Naja, eigentlich nicht so verwunderlich wenn man Selbstmord als den ultimativen Fluchtreflex sieht.) Man lebt den Tag, als es wäre es sein letzter; man scheißt auf die Sparsamkeit, abonniert Zeitschriften, schmeißt die 2-Liter-Wasser-Regel und die gute Haut über Bord und stopft sich mit Chicken McNuggets und Milkshake und Latte voll. Das Motto während dieser Zeit lautet “Das Leben ist zu kurz, um zu [beliebige Handlung einsetzen].” Man ist sich nicht zu schade, auf der Straße vor sich hinzusingen, in der U-Bahn zu schlafen, Leute, die es verdient haben, anzupöbeln. Das ist eigentlich etwas Gutes.
Jetzt ist es Samstag, die Vittel-Flasche steht wieder neben meinem Bett und ich trinke Tee. Ich bereite mich auf mein Sicherheitskolloq morgen vor. Nur drei Tage zwischen “heulend, suizidal und in den Grundfesten erschüttert” und “wieder einigermaßen okay”, so schnell habe ich das noch nie hingekriegt.
Blut ist dicker
Mittwoch, 17. Oktober
Ich hatte gerade meinen Cousin Ryu bei mir zu Besuch. Immer, wenn er in seinen Ferien eine Woche zu uns nach Nibelheim gekommen ist bzw. ich bei meinen Verwandten in den spießigen Vororten Berlins war, ist daraus ein vergammeltes Playstation-Wochenende geworden, Wochenende nur im übertragenen Sinn, da das in-Schlafsachen-Rumlaufen und erst-nachmittags-Zähneputzen sich auch auf den Rest der Woche ausdehnten. Zwischen uns liegt ein Altersunterschied von sechs Jahren, er ist mittlerweile 15. Auf einigen Telefon-Flatrate gesponsorten Ferngesprächen habe ich nur ansatzweise mitgekriegt, wie er mit 13/14 anscheinend zu einem kleinen Gamer wurde - da fällt mir ein, ich war es, der für ihn an der Kasse bei Saturn eine neuere Version von Counterstrike bezahlt hat, doch irgendwie muss ich diese Rolle des coolen Onkels ausfüllen, der locker ist und Bier und so für seinen Neffen kauft. Er wollte mich für Teamspeak begeistern und hat mir am Telefon den Link zu seinem tollen Clan gegeben und mich auf seine Position im Ranking hingewiesen; er wurde zu einem der Geeks, die “lol” als Interjektion im Real Life benutzten, er wurde ab da eigentlich uninteressant für mich, ich hörte immer nur noch halb zu, und ich klickte während der Telefonate immer im Internet rum. Nun, Ryu war letztes Wochenende nach einem Jahr wieder bei uns, und, was soll ich sagen.
Ryu ist groß geworden. Und damit meine ich nicht nur, dass er mich mittlerweile um zehn Zentimeter überragt; ich kann kaum leugnen, dass ich ziemlich überrascht war. Zum Einen ist er zum (Hip)Hopper geworden. Am Hauptbahnhof erkenne ich ihn an der verabredeten Kappe, die wider Erwarten NICHT vollkommen dumm aussah, dann folgte das, was ich für ein Aufforderung zum Händeschütteln (Crunch!) hielt, aber in einem Halb-Schulter-Aneinanderstoßen endete. Während wir seine Sporttasche zur U-Bahn schleppen, erzählt er mir, was er so “am Laufen” hat, dass er sich in Wirklichkeit mit den Leuten von seinem Orange County-Trip treffen will und so’ner Tussi, die er dort kennengelernt hat. Wenn er redet, macht er diese ruckartigen Hin- und Herbewegen mit seiner flachen Hand, als würde er einen unsichtbaren Laib Brot im 45°-Winkel mit ihr zerhacken. Er macht viele dieser ruckartigen Bewegungen, die sofort zu lapprigen Bewegungen werden (so wie Hiphopper eben); er zuckt mit den Schultern; er verlagert sein Gewicht auf ein Bein. Er hat seine Hände in den Hosentaschen seiner lapprigen Jeans Baggies, das Visier seiner Mütze steht fast steil nach oben, er trägt Gel in den Haaren. Und nochmal, es sieht überraschenderweise überhaupt nicht bekloppt aus; ich hätte wie auf den Fotos ein total mit Haargel unfähiges Kind erwartet. Der Tag verstreicht, wir laufen abends nochmal durch die Stadt, er sucht ein paar Klamotten, ich gehe mit ihm durch die Läden, an denen ich normalerweise immer vorbeilaufe, wir fressen bei McDonald’s und unterhalten uns. Komischerweise komme ich auf die Idee, mich vor ihm als schwul zu outen, so wie man zu jedem Menschen, den man mag, ehrlich sein möchte. Ich lasse es sein und labere lieber mit ihm über Mädels weiter, auf die Frage, wie es mit mir und Freundin stehe, greife ich zur Standardantwort “keine Zeit. Bei mir auf dem Campus läuft nix Gutes rum”. (Man achte auf das geschlechtsneutrale ‘nix Gutes’, lol. In meiner Familie lasse ich es mit dem expliziten Aussprechen; the fact, that I’m more proficient at the use of make-up than my mother and my sister shall suffice, I guess. Actually, my mother regularly pisses me off by using mine.)
Was soll ich sagen. Ryu ist offenbar zu einem kleinen Hunk geworden. Im Laufe des Wochenendes erfahre ich immer mehr; von seiner Vorliebe zu Blondinen, wie er ganz oben im Kugelstoßen bei den Bundesjugendspielen war, wie er mit Basketball anfangen will, von seinen merkwürdigen Techtelmechtels, dass er kein Bier und lieber Feigling und Amaretto mag. Seine Sprechart klingt genauso hackig wie die von Sido oder anderen Berlin-Rappern, er sagt “wa?” am Ende, wir lachen sogar darüber, dass er mein Lieblingslied von K.I.Z. auf dem Handy hat (”Riesenglied”) und rezitieren die ersten Zeilen (ich bin wie Adam, ein Feigenblatt bedeckt mein Gemächt…). Er trägt Axe Moschus. Wir reden über sein Praktikum, es war so ähnlich wie mein alter Job, wir können uns sogar sogar miteinander über DNA, PCR, Enzyme und so unterhalten. Am Klavier ist er eher der mathematische Typ (SO not me), er spielt den Victor, den ich seit Wochen rumliegen hatte, vom Blatt und kann mir an einer Stelle helfen. Nachdem wir Mortal Kombat gegeneinander gezockt haben (Ich: Li Mei oder Shang Tsung, er: Raiden oder Kung Lao), es wie in alten Zeiten war und ich gelacht habe wie lange nicht mehr zuhause, bemerke ich, wie schön es ist, nach Hause zu kommen und mit jemandem reden zu können, sich austauschen zu können. “Er ist der kleine Bruder, den ich nie hatte.”, denke ich, und gleichzeitig denke ich “omg wie kitschig.” Das Hauptspiel der Wahl war übrigens Metal Gear Solid: Snake Eater, während er eines Abends mit dem Controller beschäftigt war, habe ich mir die 300 Bilder auf seinem Handy angeschaut - seinen Hintergrund ziert ein Mädchen aus seiner Klasse, (”es gibt so Leute die guckt man an, und dann muss man lachen”), genau wie Orens Handy seine Freundin (oder ein Motorrad) ziert. Ganz viele Bilder, die ich so eigentlich nur aus dem Internet kenne, oder von denen ich dachte, sie seien so Klischee, dass sie gar nicht echt sein könnten. Kotze im Klo. Irgendwelche Mutproben. Posende Mädels. Posende Freunde. Einige Posende Ryus mit nacktem Oberkörper vor dem Spiegel (stets in Hiphop-Haltung). Ich kann’s kaum glauben: ist das der Ryu? Der Ryu, dem ich als Kind in den Kopf gebissen habe? Den ich immer erschreckt habe? Der beim Legospielen immer nur den popeligen Waldkristall abgekriegt hat (während Rich den Feuerkristall und ich den Sonnen- und Wasserkristall gespielt habe)? Mit dem wir immer Sailor Moon gespielt haben, er war Chibi-usa und ich Bunny? Der Ryu, dem ich Englisch und Chemie beigebracht habe? Der kleine Ryu, der wegen jedem kleinen Pups angefangen hat zu heulen? Während wir spielen, lüftet sich jedoch alles. Im Grunde hat er sich nicht geändert. Die erzwungenen Bewegungen fallen ab. Sein Spielstil ist schlampig, er ist grobmotorisch und unpräzise, und während ich ihm Befehle erteile, die Räume richtig zu untersuchen und lieber Funkkontakt aufzunehmen, ist es wieder so, als wäre er bei Mario Kart Letzter und ich würde ihm sagen, er soll dem Waschbär das Zauberpulver auf die Nase streuen.
